Menschen integrieren Reize verschiedener Sinnessysteme zu einer kohärenten und zuverlässigen Repräsentation der Umwelt. Das menschliche Gehirn integriert die Reize, gewichtet nach ihrer sensorischen Reliabilität, allerdings nur, wenn eine kleine räumliche und zeitliche Diskrepanz der Reize eine gemeinsame Ursache der Reize nahelegt. Wenn große Diskrepanzen unabhängige Ursachen der Reize andeuten, segregiert das Gehirn die Reize. Unsere vorhergehenden und gegenwärtigen Arbeiten lassen vermuten, dass der dorsolaterale präfrontale Kortex (dlPFC) zunächst die kausale Struktur der Reize anhand ihrer Diskrepanz ermittelt, und anschließend der anteriore intraparietale Sulcus (aIPS) die Reize im Falle einer gemeinsamen Signalquelle reliabilitätsgewichtet integriert. Allerdings ist dieses Modell der multisensorischen kausalen Inferenz in kortikalen Hierarchien bisher wenig überprüft. Darüber hinaus könnte eine Schizophrenie-Erkrankung multisensorische kausale Inferenz verändern, was zum Beispiel zu Halluzination führen könnte. In dem Projekt untersuchen wir, wo, wann und wie die kortikalen Hierarchien eine kausale Entscheidung treffen und audiovisuelle Reize integrieren oder segregieren. In EEG und fMRI Studien untersuchen wir an gesunden Probanden und Schizophreniepatienten, welche Rolle der dlPFC bei kausalen Entscheidungen und der aIPS bei der Integration von audiovisuellen Stimuli hat. In einer TMS Studie untersuchen wir anschließend, ob beide Regionen auch eine kausale Rolle bei kausalen Entscheidungen und Integration spielen.
Laufzeit: 2018-2021

Psychophysikalische Untersuchung des Einflusses von Aufmerksamkeit auf explizite kausale Inferenzen in der audiovisuellen Wahrnehmung. Siehe daraus entstandenes DFG Projekt MultiAttend: DFG-Projekt „MultiAttend“
Laufzeit: 2021-2022

Wiederholte und andauernde Rumination (Grübeln) ist ein wesentliches Symptom depressiver Erkrankungen, zugleich zeigt sportliche Aktivität positive Effekte auf depressive Symptomatik. Das Projekt untersucht in Kooperation mit der Universität Tübingen, ob der positive Effekt der sportlichen Aktivität durch eine Reduktion der Rumination vermittelt wird. Dazu wird in einer EGG Studie mit depressiven Personen ein Dekoder entwickelt, der aus neurophysiologischen Aktivitätsmustern Ruminationszustände erkennt, so dass eine Abnahme der Rumination während sportlicher Aktivität online aus neurophysiologischen Daten nachgewiesen werden kann.
Laufzeit: 2021-2025

Neben dem räumlichen Sehen und Hören können Menschen auch den Ort externer Geruchsquellen räumlich riechen, ähnlich wie viele Tiere (z.B. Hunde). Unklar ist, ob Menschen räumliches Riechen mit räumlichen Sehen oder Hören verbinden. In dieser psychophysikalischen Studie untersuchen wir, ob unser Gehirn räumliche Geruchsreize (olfaktorische Reize) mit auditiven räumlichen Reizen integriert. Das Projekt wird vom Sonderfonds für wissenschaftliches Arbeiten der FAU gefördert.
Laufzeit: 2023-2024
